Mai 2017

Exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungs-Kritik im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, und zwar

  • jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr im Eck-Büro zu einem aktuellen Thema aus wert-abspaltungs-kritischer Perspektive.
  • jeden vierten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Raum Kubus zu einem theoretischen Text.

Am Donnerstag, den 11. Mai steigen wir ein in die inhaltliche Diskussion in Hinsicht auf unsere Veranstaltung G20: Gipfel und Gipfelstürmer*Innen am 29.06.2017 im Centro Sociale. Textgrundlagen:

  1. Der Aufruf Welcome to hell. BLOCKIEREN – SABOTIEREN – DEMONTIEREN [2017] der autonomous & anticapitalist alliance against the G20-summit in Hamburg
  2. Der Text KRISEN-IMPERIALISMUS. 6 Thesen zum Charakter der neuen Weltordnungskriege [2003] von Robert Kurz

Am Donnerstag, den 25. Mai setzen wir unsere Lektüre von Geld ohne Wert von Robert Kurz fort. Wir machen weiter mit Abschnitt 20. Die Geldware oder das allgemeine Äquivalent als ausgesonderte Ware.

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Roswitha Scholz/ Gruppe Exit!: Man(n) trägt wieder Bart. Gender, Queer und Rechtsruck

08.09.2017 (Fr, 20h), Vortrag und Gespräch im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 HH, Saal

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks in den 1990er Jahren feierte der Neoliberalismus Triumphe. Auch im Feminismus kam es dabei zu Veränderungen. Die Frauenforschung mutierte zur Genderforschung. Judith Butlers prominentes Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ war dabei eine Art Klammer zwischen Gender- und Queer-Orientierung. Männlichkeit und Weiblichkeit wurden nun als diskursiv hervorgebracht gedacht und sollten in der Travestieshow radikal unglaubwürdig gemacht werden. War bis zu den 1990ern von Patriarchat und Zwangsheterosexualität die Rede, so ging es nun in einer kraftlos neutralisierenden Sprache eben um Gender und „Heteronormativität“. In den Medien war viel von der Verwirrung der Geschlechter die Rede. Dem Neoliberalismus mit seinen Flexi-Anforderungen an die Individuen kam dies zu pass. Manche Linke dachten nun jedoch schon das Ende von Patriarchat und Heterosexualität sei gekommen.

Schon früher, insbesondere aber seit dem Finanzcrash 2007/8 wird nun mehr als deutlich, dass ein oberflächliches Gendern und Queeren von Sprache, den Medien, von Politik, Ökonomie usw. nicht ausreicht das dominierende Hetero-Patriarchat zu unterminieren, wenn die Verhältnisse immer prekärer werden. Es kam zu einem massiven Rechtsruck (AFD, Pegida, Querfrontbewegungen), der u.a. im Versuch der Restaurierung traditioneller Geschlechtsmuster bis hin zur Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transpersonen zeigt. Man(n) trägt sozusagen wieder Bart. Überdeutlich wird nun auch, dass objektive, materielle Strukturen und die psychische Disposition der Subjekte nicht außer Acht gelassen werden können und eine härtere Gangart gegenüber den kapitalistisch-hetero-patriarchalen Zuständen einzuschlagen ist. Dabei ist allerdings zu reflektieren, dass (u. a. querfrontartige) Verwerfungen auch in feministischen und LGBT-Bewegungen sichtbar werden, wie etwa auch die Diskussion um den Band „Beissreflexe“ zeigt. Man/frau sollte sich auf keinen Fall davon täuschen lassen, dass die AFD in aktuellen Wahlumfragen wieder Stimmen verloren hat.

Zur Referent_in: Roswitha Scholz, geboren 1959, Diplom-Sozialpädagogin, freie Publizistin und Redakteurin der Theoriezeitschrift EXIT!, Zeitschriften-Publikationen und Buchveröffentlichungen.

Aufnahme

Einleitung:

Vortrag:

Gespräch:

Literaturhinweise

  • Das Geschlecht des Kapitalismus. Feministische Theorie und die postmoderne Metamorphose des Patriarchats. Horlemann Verlag, Bad Honnef 2011
  • Das Abstraktionstabu im Feminismus. Wie das Allgemeine des warenproduzierenden Patriarchats vergessen wird. Aus: EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft, Heft 8, Juli 2011
  • Die Bedeutung Adornos für den Feminismus heute. Rückblick und Ausblick auf eine widersprüchliche Rezeption. Aus: EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft, Heft 10, Dezember 2012

Verweise

  • Texte von Roswitha Scholz auf der exit!-Seite
  • Eintrag zu Roswitha Scholz auf Wikipedia

G20: Gipfel und Gipfelstürmer*Innen

29.06.2017 (Do, 20h), Vortrag und Gespräch im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 HH, Saal

Am 07. und 08. Juli 2017 wird der zwölfte G20 Gipfel in Hamburg stattfinden. Die zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Welt werden sich beraten: die informelle Notstandsverwaltung des Weltkapitals hat die Möglichkeiten abzuwägen, um die capitale Verwertungsmaschinerie am Laufen zu halten; in dieser sind Menschen bloße Humanressourcen, die zunehmend weniger verwertet werden können. Dennoch wird die strukturelle Krise des Weltkapitals geleugnet und verdrängt. Die Krisenbearbeitung durch die „kapitalistischen Funktionseliten“ nimmt immer drastischere Formen an.

Auch auf geopolitischer Ebene entwickelt sich eine sich verschärfende Krisenkonkurrenz. Trotz aller fortgesetzt behaupteten Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit scheint es fast so, als wüssten die Subjekte nicht mehr, was sie tun sollen; es wird immer offensichtlicher, dass sie Getriebene der Dynamik des „automatischen Subjekts“ permanenter Kapitalverwertung und deren Widersprüche sind. Aber auch das Gros der „Kritik“ an den gesellschaftlichen Verhältnissen und die sich artikulierenden Proteste gegen deren Unhaltbarkeit folgen derselben Logik imaginierter Souveränität: nicht nur die Verwertung des Werts ist in der Krise, sondern auch die Subjektform selbst.

Wir haben uns für eine Veranstaltung zum G20-Gipfel entschieden: das Leiden ist real und indiskutabel, muss aber ohne Verständnis der Fetischkonstitution hilflos und auf sich selbst zurückgeworfen bleiben. Es wird an diesem Abend keine Anleitung für den „richtigen Gipfelwiderstand“ oder Handlungsanweisungen für eine andere Gesellschaft geben können. Diese ist nur ex negativo und im gesellschaftlichen Prozess bestimmbar. Dennoch kann die Kritische Theorie der Wert-Abspaltungs-Kritik eine Referenz für emanzipatorische Bemühungen sein, denn: um sich von etwas „befreien“ zu können, ist es notwendig zu versuchen zu verstehen, wovon und in Hinsicht auf was sich überhaupt „befreit“ werden soll.

Aufnahme

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

Materialien

 

April 2017

Exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungs-Kritik im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, und zwar

  • jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr im Eck-Büro zu einem aktuellen Thema aus wert-abspaltungs-kritischer Perspektive.
  • jeden vierten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Raum Kubus zu einem theoretischen Text.

Am Donnerstag, den 13. April Reflexion der Veranstaltung Das bedingungslose Grundeinkommen. Kritische Revision eines Modells vom am 16.03.2017. Zudem: Diskussion einer möglichen Veranstaltungen zum G20 Gipfel in HH.

Am Donnerstag, den 27. April setzen wir unsere Lektüre von Geld ohne Wert von Robert Kurz fort. Wir fahren fort mit Abschnitt 19. Falscher Historismus und falscher Logizismus. Sozialismus und Ware-Geld-Beziehungen.

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Das Bedingungslose Grundeinkommen [BGE]. Kritische Revision einer Idee

 

 

16.03.2017 (Do, 20h), Vortrag und Gespräch im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 HH, Saal

Der exit!-Lesekreis HH lädt ein zu einem Vortrag und Gespräch zum Bedingungslosen Grundeinkommen [BGE]. Wir möchten an diesem Abend, einen offenen, diskursiven Rahmen schaffen, der es den Teilnehmer*Innen ermöglichen soll, sich nicht nur eine Vorstellung von der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens zu machen, sondern auch, diese Idee einer eigenständigen, kritischen Revision zu unterziehen.

Es geht uns dabei nicht in erster Linie darum, sozial-politische Spielräume und administrativ-bürokratische Mittel der Umsetzung, das Ob und Wie der Finanzierbarkeit oder die vermeintlichen Auswirkungen auf die jeweilige individuelle Situation oder die gesellschaftlicher Gruppen zu diskutieren, obgleich all dies notwendig zu thematisieren ist – allerdings auf einer Metaebene, die die gesamtgesellschaftliche Verfasstheit und deren Kategorien kritisch zu reflektieren hat.

Dabei wollen wir auch versuchen, einen Einblick in den fortgesetzten Diskussionsprozess des Lesekreises selbst zu geben, der – sowohl bei der Entscheidung diese Veranstaltung durchzuführen als auch beim konkreten Vorbereitungsprozess – immer wieder kontrovers verlaufen ist und wiederholt von Verunsicherungen und Infragestellungen geprägt war und ist.

Aufnahme

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Materialien

März 2017

Exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungs-Kritik im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, und zwar

  • jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr im Eck-Büro zu einem aktuellen Thema aus wert-abspaltungs-kritischer Perspektive.
  • jeden vierten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Raum Kubus zu einem theoretischen Text.

Am Donnerstag, den 09. März setzen wir unsere Auseinandersetzung mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen [BGE] fort und verweisen dazu auf den Text FEMINISMUS – KAPITALISMUS – ÖKONOMIE – KRISE. Wert-Abspaltungs-kritische Einwände gegenüber einigen Ansätzen feministischer Ökonomiekritik heute von Roswitha Scholz.

Am Donnerstag, den 23. März setzen wir unsere Lektüre von Geld ohne Wert von Robert Kurz fort. Wir fahren fort mit Abschnitt 19. Falscher Historismus und falscher Logizismus. Sozialismus und Ware-Geld-Beziehungen.

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Februar 2017

exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungs-Kritik im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, und zwar

  • jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr im Eckbüro zu einem aktuellen Thema aus wert-abspaltungs-kritischer Perspektive.
  • jeden vierten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Raum Kubus zu einem theoretischen Text.

Am Donnerstag, den 09. Februar setzen wir unsere Auseinandersetzung mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen [BGE] fort, weiterhin auf der Grundlage des Buches Das Bedingungslose Grundeinkommen. Feministische und postpatriarchale Perspektiven, hg. von Blaschke/ Praetorius/ Schrupp. Dieses Mal fokussieren wir den Care-Begriff und verweisen dazu auf den Text FEMINISMUS – KAPITALISMUS – ÖKONOMIE – KRISE. Wert-Abspaltungs-kritische Einwände gegenüber einigen Ansätzen feministischer Ökonomiekritik heute von Roswitha Scholz.

Am Donnerstag, den 23. Februar setzen wir unsere Lektüre von Geld ohne Wert von Robert Kurz fort. Wir schließen Abschnitt 18. Kategoriale Affirmation, Krisenignoranz und Mythologisierung der „Zusammenbruchstheorie“ und fahren fort mit Abschnitt 19. Falscher Historismus und falscher Logizismus. Sozialismus und Ware-Geld-Beziehungen.

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Januar 2017

exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungs-Kritik im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, und zwar

  • an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 19:00 Uhr im Raum „Kolleg“ zu einem aktuellen Thema aus wert-abspaltungs-kritischer Perspektive
  • an jedem vierten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Raum „Kubus“ zu einem theoretischen Text

Am Mittwoch, den 11. Januar setzen wir unsere Auseinandersetzung mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen/ Existenzgeld weiter fort. Hierbei beziehen wir uns u.a. auf das Buch Das Bedingungslose Grundeinkommen. Feministische und postpatriarchale Perspektiven, hg. von Ronald Blaschke, Ina Praetorius und Antje Schrupp sowie auf die Artikelserie zum Thema in der SZ [1]

Am Donnerstag, den 26. Januar setzen wir unsere Lektüre von Geld ohne Wert von Robert Kurz fort. Wir machen weiter mit Abschnitt 18. Kategoriale Affirmation, Krisenignoranz und Mythologisierung der „Zusammenbruchstheorie“.

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Dezember 2016

exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungs-Kritik im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, und zwar

  • an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 19:00 Uhr im Raum „Kolleg“ zu einem aktuellen Thema aus wert-abspaltungs-kritischer Perspektive
  • an jedem vierten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Raum „Kubus“ zu einem theoretischen Text

Am Mittwoch, den 14. Dezember setzen wir unsere Auseinandersetzung mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen/ Existenzgeld weiter fort. Hierbei beziehen wir uns u.a. auf das Buch Das Bedingungslose Grundeinkommen. Feministische und postpatriarchale Perspektiven, hg. von Ronald Blaschke, Ina Praetorius und Antje Schrupp.

Am Donnerstag, den 22. Dezember nehmen wir unsere Lektüre von Geld ohne Wert von Robert Kurz wieder auf. Wir setzen ein in Abschnitt 17. Die doppelte Entwertung des Werts. Auf dem Weg zur historischen Krise des Geldes.

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: hh [at] exit-online.org

Tomasz Konicz: Kapitalkollaps. Die finale Krise der Weltwirtschaft

10.11.2017 (Do, 20h), Buchvorstellung, Vortrag und Gespräch im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 HH, Saal

„In dieser Situation, in der die antikapitalistische Linke über keinerlei Hebel verfügt, um den Krisen- und Transformationsprozess nennenswert zu beeinflussen, bleibt vorerst nur die Möglichkeit der Aufklärung. Der erste revolutionäre Schritt besteht darin, den Menschen die ungeschminkte Wahrheit möglichst verständlich mitzuteilen: zu sagen, was Sache ist, den Menschen also zu erklären, dass die Krise nicht überwunden werden kann, dass es schlimmer kommen wird, dass sie ihr gewohntes Leben werden aufgeben müssen, dass das Kapital in seiner Agonie die menschliche Zivilisation zu zerstören droht. Kurz: Nichts wird bleiben, wie es ist.“

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Materialien

Verweise