Frauenstreik oder feministischer Streik 2019

„Mir ist es egal, ob es Frauenstreik oder feministischer Streik heißt“

Interview von Kim Posster (jungle.world) mit Roswitha Scholz

Roswitha Scholz ist Publizistin und Buchautorin. Sie lebt in Nürnberg und ist Redaktionsmitglied der von ihr mitgegründeten Zeitschrift Exit! Im Jahr 1992 schrieb sie erstmals in der Zeitschrift Krisis über das Theorem der Wertabspaltung, das sie in einer Reihe von Büchern und Aufsätzen weiterentwickelt hat. Ihr Buch Das Geschlecht des Kapitalismus erschien 2000. Scholz publizierte auch zusammen mit dem 2012 verstorbenen Robert Kurz. Mit der „Jungle World“ sprach sie über den geplanten Frauenstreik am 8. März 2019.

Interview als [.pdf].

Paul Hentze und Kim Posster betreiben mit anderen zusammen den Blog Kritische Männlichkeit?! zur Verbreitung und Vernetzung von kritischen Auseinandersetzungen mit (eigener) Männlichkeit. Siehe auch den Artikel: Male Detox in der ak.

»Irgend etwas geht seinen Gang.« – oder: Der Abpfiff, den niemand hören will

Offener Brief an die InteressentInnen von EXIT! zum Jahreswechsel 2018/19 (von Herbert Böttcher für Vorstand und Redaktion von EXIT!) .

“ […] Exit! steht dafür, dass begriffen wird, was da so ›seinen Gang‹ geht. Die Erkenntnis der gesellschaftlichen Krisenphänomene als ›konkrete Totalität‹ ist ein wesentlicher Schritt aus der Auslieferung an unbegriffene Vorgänge, die ohnmächtig machen. Sie macht den Abpfiff hörbar und eröffnet einen Horizont dafür, in konsequenter Kritik und im Bruch mit den die kapitalistische Gesellschaft konstituierenden Formen ein Zusammenleben von Menschen jenseits der Unterwerfung unter Fetischverhältnisse denkbar und machbar werden zu lassen. […]“

Nach Postone

Wir können an dieser Stelle nur auf die Inhaltsangabe und die Zusammenfassung aus dem Editorial von EXIT! 12 verweisen. Der komplette Text ist leider nicht online verfügbar. Sollte dies der Fall sein, werden wir darauf hinweisen.

Roswitha Scholz
NACH POSTONE

Zur Notwendigkeit einer Transformation der fundamentalen Wertkritik. Moishe Postone und Robert Kurz im Vergleich – und die Wert-Abspaltungskritik

Inhalt:

  • Einleitung
  • Die Grundargumentation von Postone
  • Methodologischer Individualismus, Struktur – Handlung u. ä.
  • Warenform und Kapitalform
  • Geld – Zirkulation – Kapitalform – Mehrwert
  • Verhältnis von abstrakter und konkreter Arbeit
  • Abstrakte Zeit, konkret historische Zeit, biographische Zeit, lebensweltliche Zeit und die konkrete Zeit des Zerfalls des Kapitalismus
  • Revolutionäres Subjekt und Mittelstandsvergesellschaftung
  • Wert-Abspaltung, fragmentierte Totalität und soziale Disparitäten: Einige notwendig unvollständige Bemerkungen zum Kontext der Wert-Abspaltung als gesellschaftlichem Basiszusammenhang

Aus dem Editorial von EXIT! Heft 12:

In dem Text mit dem Untertitel „Zur Notwendigkeit der Transformation einer ‚fundamentalen Wertkritik‘. Moishe Postone und Robert Kurz im Vergleich – und die Wert-Abspaltungskritik“, legt Roswitha Scholz das Augenmerk auf die Unterschiede zwischen Kurz und Postone unter dem Gesichtspunkt des (von Kurz inkriminierten) „methodologischen Individualismus“. Formelhaft ausgedrückt verhält es sich so: Während Kurz darauf pocht, das „Kapital“ als Ganzes zu lesen und erst danach die Warenform in den Blick nimmt, wobei dem dritten Band des „Kapital“ gerade für den realkategorischen Prozess eines heute auch empirisch beobachtbaren Zusammenbruchs/Verfalls des Kapitalismus Bedeutung zukommt, setzt Postone an den ersten 150 Seiten des Kapitals an und entwickelt hieraus den Gang des Kapitalismus, ohne krisentheoretische Konsequenzen. Postone rekurriert grundsätzlich auf die Warenform, Kurz auf die Kapitalform. Postone verficht dabei implizit einen Standpunkt, der ideologisch tendenziell mittelschichtsgefällig ist, nicht zuletzt, weil er vor allem die Ökologie in den Vordergrund rückt, während Kurz, durchaus der ökologischen Frage gewahr, Mittelschichtsinteressen gleichzeitig als Ideologie entlarvt; bei Postone existiert eine „innere Schranke“ im Grunde bloß auf der Ebene der Ökologie, nicht aber der Ökonomie. Postone und Kurz (zumindest in seinem letzten Buch „Geld ohne Wert“) bewegen sich dabei beide auf der Ebene des Kapitals als Gesamtprozess. Die Ebene einer negativ dialektisch verstandenen „Abspaltung des Weiblichen“ vom (Mehr-)Wert kommt bei beiden nicht bzw. bloß nebensächlich vor. Aus der Sicht der Wert-Abspaltungskritik müssten jedoch die verschiedenen Ebenen, die materielle, die kulturell-symbolische und – last, but not least – die psychoanalytische Ebene in ihrer dialektischen Verschränktheit und damit gleichzeitigen Geschiedenheit in ihrer prozesshaften Entwicklung zueinander in Beziehung gesetzt werden. Nur so ließe sich die negative Totalität, jenseits eines androzentrischen methodologischen Individualismus, wie auch ein androzentrischer Universalismus überwinden, der überhaupt den krisenhaften Zerfall des kapitalistischen Patriarchats erst wesentlich ausmacht.

Querfront allerorten!

Wir können an dieser Stelle nur auf die Inhaltsangabe und die Zusammenfassung aus dem Editorial von EXIT! 14 verweisen. Der komplette Text ist leider nicht online verfügbar. Sollte dies der Fall sein, werden wir darauf hinweisen. 

Daniel Späth
QUERFRONT ALLERORTEN!

Oder: Die „Neueste Rechte“, die „neueste Linke“ und das Ende gesellschaftskritischer Transzendenz.

Teil I: Die Entstehung der „Neuesten Rechten“

Inhalt:

  • Die Krise der europäischen Union und die immanente Wende der Postmoderne
  • Verwirrung um die Querfront – Zur historischen Genese „deutscher Ideologie“ als ideologiekritische Voraussetzung des Neofaschismus
  • Das postmoderne Zeitalter der fundamentalen Krise, der Streit um Europa und die neue Vormachtstellung Deutschlands innerhalb der europäischen Krisenverwaltung
  • Die immanente Wende der Postmoderne, die europäische Krise und die Entstehung der „Neusten Rechten“ in Deutschland
  • Die gespaltene Mittelschicht in Deutschland
  • Die „Neueste Rechte“ im Widerspruch: Die Spaltungen im deutschen Neofaschismus und die entgrenzte „Dialektik der Ideologien“

Aus dem Editorial von EXIT! Heft 14:

[…] Dass derartige Querdenkereien und Vermittlungen keineswegs bloß im harmlosen postmodernen Spieluniversum verbleiben, zeigt Daniel Späth auf, wenn er die seit dem Crash 2007/8 zunehmende Querfrontbewegung zum Thema macht. Im vorliegenden ersten Teil seines Artikels „Querfront allerorten! oder Die ‚Neueste Rechte‘, die ‚neueste Linke‘ und das Ende gesellschaftskritischer Transzendenz“ legt er den realgesellschaftlichen und historischen Bedingungszusammenhang dar, der den Neofaschismus in Deutschland und Europa hervortreibt, und unterzieht die „Neueste Rechte“ einer Kritik auf den verschiedenen Ebenen der „konkreten Totalität“. Nach einer geschichtstheoretischen Entfaltung des Verhältnisses von negativer Universalität und nationaler Partikularität mit besonderem Fokus auf die deutsche Ideologie wird der Zusammenhang zwischen postmoderner Krisenvergesellschaftung und Entstehung des deutschen Neofaschismus hergestellt, wobei die Reflexion auf eine postmodern-immanente Wende eine besondere Bedeutung gewinnt. Sodann werden die drei Flügel des Neofaschismus – „Alternative für Deutschland“, „Mahnwachen für den Frieden“ und „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ – sowohl in ihrer Einheit als auch in ihren Unterschieden dargestellt. Schließlich erfährt die vorwaltende „Dialektik der Ideologien“ eine ausführliche Analyse, da die inneren Kontroversen des Neofaschismus auf das Ausspielen der eigenen Ideologie gegen eine andere zurückzuführen sind, weshalb diesen innerfaschistischen Auseinandersetzungen im Einzelnen nachgegangen wird. […]