Oktober 2020

Der Exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungskritik findet bis auf Weiteres im informellen Rahmen statt.

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und GrĂŒn des Lebens goldner Baum.“ Mephisto in Goethes Faust

Auch als Konsequenz der LektĂŒre der abschließenden Kapitel der letzten beiden Publikationen von Tomasz Konicz [Blog] in August und und September wenden wir uns dem Text „Grau ist des Lebens goldner Baum und grĂŒn die Theorie. Das Praxis-Problem als Evergreen verkĂŒrzter Gesellschaftskritik und die Geschichte der Linken“ von Robert Kurz aus EXIT! Heft 4 [Inhalt und Editorial] von 2007 zu.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Oktober 2020 Radio fsk

Der Exit!-Lesekreis in HH sendet regelmĂ€ĂŸig einen Beitrag unter dem Titel rotten system! rotten world? auf Radio FSK [Freies Sender Kombinat, Hamburg], und zwar immer

  • jeden zweiten Mittwoch im Monat von 08:00 bis 10:00 Uhr vormittags.

Die BeitrĂ€ge werden auch jeweils im transmitter, der Programmzeitschrift von Radio FSK angekĂŒndigt.

Im Oktober bringen wir zwei aufeinander aufbauende Sendungen zur Kritik der modernen Naturwissenschaft aus der Reihe N.P.C., das politische Abendmagazin, und zwar Teil 1 und Teil 2 des Vortrages Gesellschafts- und Erkenntnisform von Claus Peter Ortlieb zum Zusammenhang von bĂŒrgerlicher Vergesellschaftung und moderner Erkenntnisform. Aufgezeichnet in der Kooperative Haina am 8./9. September 2001, gesendet im Radio F.R.E.I., Erfurt. Moderation: Christian Höner.

Im ersten Teil geht es um das empirische Bild der modernen Wissenschaften: Nicht nur im AlltagsverstĂ€ndnis legitimieren sich die modernen Wissenschaften dadurch, daß sie die VorgĂ€nge der Erfahrungswelt durch Gesetze bestĂ€tigen und insofern nur Tatsachen offenbaren. Claus Peter Ortlieb widerlegt die falsche Annahme, daß es den modernen Wissenschaften ihrer Methode nach darum gehe, Tatsachen der Erfahrungswelt zu bestĂ€tigen. Vielmehr gehen die Wissenschaften von allgemeingĂŒltigen Gesetzen aus, deren Richtigkeit erst im Nachhinein im Experiment produziert werden muß. Es stellt sich die Frage, warum das "empirische Bild der modernen Wissenschaften" so hartnĂ€ckig sowohl im Alltagsbewusstsein als auch im Wissenschaftsbetrieb verankert ist.

Im zweiten Teil wird untersucht, wie das gesellschaftliche Sein mit dem erkennenden Bewußtsein zusammenhĂ€ngt. Ortlieb versucht dabei nicht, in arbeiterbewegungsmarxistischer Manier das herrschende Bewußtsein aus der Herrschaft einer Klasse oder einer speziellen Interessengruppe abzuleiten. Ihm geht es vielmehr darum, strukturelle Parallelen zwischen den durch abstrakte Arbeit vermittelten gesellschaftlichen Objektivierungsprozessen und der wissenschaftlichen Methode aufzuzeigen. Über diese Analyse eröffnet sich ein neuer Zugang zur Kritik des modernen Wissenschaftsbetriebes, seines Inhaltes und seiner Methoden.