Neue Veröffentlichungen: 2 Bücher und exit! Nr. 17

Wir freuen uns, auf auf zwei neue Buchveröffentlichungen hinweisen zu können, die wir für beachtenswert halten:

Tomasz Konicz, Klimakiller Kapital. Wie ein Wirtschaftssystem unsere Lebensgrundlagen zerstört

Zudem ist jüngst sein Text Konjunktur für Gesundbeter. Ein polemischer Überblick über die Anpassungsleistungen kapitalistischer Ideologie in Zeiten der manifesten Krise auf exit-online.org erschienen. Wir empfehlen seinen Blog regelmäßig auf neue Analysen des Krisenverlaufes hin zu prüfen. Wir verweisen auch auf die Rezension des Buches Die richtige Frage von Gerd Bedszent in der jungen Welt.

 

Eske Bockelmann, Das Geld. Was es ist, das uns beherrscht

 

Darüberhinaus begrüßen wir selbstredend begeistert die Auslieferung von

Gruppe EXIT!, exit! Krise und Kritik der Warengesellschaft Nr. 17

 Inhalt und Editorial

Aus dem Inhalt: Gerd Bedszent, Vom Marsch in die Barbarei oder Der Osten als Buhmann

April 2020 Sendung Radio fsk

Der Exit!-Lesekreis in HH sendet regelmäßig einen Beitrag unter dem Titel rotten system! rotten world? auf Radio FSK [Freies Sender Kombinat, Hamburg], und zwar immer

  • jeden zweiten Mittwoch im Monat von 08:00 bis 10:00 Uhr vormittags.

Die Beiträge werden auch jeweils im transmitter, der Programmzeitschrift von Radio FSK angekündigt.

Aus aktuellem Anlaß [Stichworte Klimawandel, Corona-Pandemie] senden wir die in den Monaten April, Mai, Juni und Juli 2020 die Beiträge des exit! Seminars 2013 Gesellschaftliche Naturverhältnisse: „[…] Wenn wir von gesellschaftlichen Naturverhältnissen sprechen, geht es […] um das Verhältnis von Natur und kapitalistischem Patriarchat, das sich nicht in postmoderne Pluralität auflösen lässt. Ökologische Probleme können unter kapitalistischen Bedingungen nicht gelöst werden;  darüber hinaus weisen neue ökologische Bewegungen starke ideologische Momente auf, die bei fortschreitender Krise ihr Destruktionspotential erst voll entfalten könnten, wie anhand der Postwachstumsbewegung aufgezeigt wird. Außerdem werden Überlegungen zum Androzentrismus in der Geschichte der Naturwissenschaften und zur „Natur des Subjekts und des Staates“ angestellt.

Dokumentation des Seminars Gesellschaftliche Naturverhältnisse inklusive aller Vorträge im Audioarchiv kritischer Theorie und Praxis.

April 2020 [Teil 1]: Claus Peter Ortlieb, Kapitalistische Krise und Naturschranke.

Anders als die ökonomische Krise, die in der bürgerlichen Öffentlichkeit als vorübergehende Erscheinung gedeutet wird, wird die ökologische Krise dort durchaus als Grundproblem der modernen Lebensweise wahrgenommen. Allzu offensichtlich ist der Widerspruch zwischen den ökonomischen Wachstumsimperativen auf der einen und der Endlichkeit der stofflichen Ressourcen auf der anderen Seite. Solange allerdings die kapitalistische Produktionsweise für so natürlich gehalten wird wie die Luft zum Atmen, beruhen alle Problemlösungen auf Fiktionen: Während die einen die Naturschranke unter Hinweis auf den technischen Fortschritt als nicht existent vom Tisch wischen, vernachlässigen oder verniedlichen die anderen die systemischen Zwänge und halten allen Ernstes einen Kapitalismus ohne Wachstum für möglich. Dazwischen versucht eine Mehrheit, das Problem durch die Kreation logisch unverträglicher Begriffe wie den des „nachhaltigen Wachstums“ zu vernebeln und sich so die Vereinbarkeit des Unvereinbaren einzureden.

Zur Klärung der Frage, was da eigentlich so zwanghaft wächst, sollen im Referat die im Laufe der kapitalistischen Entwicklung dynamisch sich verändernden Beziehungen zwischen Mehrwertproduktion, stofflichem Output und Ressourcenverbrauch und die aus ihnen resultierenden Wachstumszwänge untersucht werden. Dabei zeigt sich, dass ökonomische und ökologische Krise einerseits dieselbe Ursache in dem immer weiteren Auseinandertreten von stofflichem und abstraktem Reichtum haben. Auf der anderen Seite geraten die innerkapitalistischen Lösungsversuche für beide Krisen miteinander zunehmend in Widerspruch: Während etwa im Rezessionsjahr 2009 die weltweite CO2-Emission tatsächlich leicht zurückging, laufen die vergeblichen Versuche zur Bewältigung der ökonomischen Krise darauf hinaus, noch die letzten natürlichen Schranken gewaltsam zu durchbrechen.

Weiter Texte von Claus Peter Ortlieb

April 2020

Der Exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungskritik findet aufgrund der aktuellen Krisenentwicklung [siehe auch die Blogeinträge Coronavirus und Globale Krise […]] bis auf Weiteres als Telefonkonferenz statt, und zwar am

  • 2. Do im Monat um 19 Uhr
  • 4. Do im Monat um 19 Uhr

Für das Programm verweisen wir auf den Eintrag März 2020. Wir passen dieses aber gemäß den – auch persönlichen – Notwendigkeiten und Bedürfnissen an. Kontakt, Austausch und kritische Reflexion erscheinen uns auch und insbesondere unter den derzeitigen Bedingungen für ebenso dringend erforderlich wie zwingend notwendig.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Es existiert zudem ein nicht-öffentlicher Lesekreis, der sich mit Psychoanalyse, Kritischer Theorie und Pädagogik auseinandersetzt. Bei Interesse könnt Ihr uns ebenfalls über die Kontaktadresse des exit! Lesekreises kontaktieren.