Tomasz Konicz: Faschismus im 21. Jahrhundert

Publikationshinweis

Tomasz Konicz: Faschismus im 21. Jahrhundert. Skizzen der drohenden Barbarei, eBook, Heise Medien, ISBN (epub) 978-3-95788-174-8, September 2018

Wohin treiben die beständig nach rechts abdriftenden Gesellschaften in den Zentren des kapitalistischen Weltsystems? Mit jeder neuen Wahl scheint der Durchmarsch der Neuen Rechten unaufhaltsam voranzuschreiten. Die Verrohung des öffentlichen Diskurses, die zunehmende rechte Gewalt, die rasch voranschreitende Aushebelung bürgerlicher Grundrechte - sie lassen Erinnerungen an den Vorfaschismus der 30er Jahre aufkommen. 

Für Tomasz Konicz ist dies kein Zufall. In den hier versammelten Beiträgen werden Parallelen zwischen dem Aufstieg des Faschismus im Europa der Zwischenkriegszeit und dem gegenwärtigen Durchmarsch der Neuen Rechten gezogen. Zentral ist hierbei der ökonomische Krisenprozess, der in Wechselwirkung mit dem politischen Aufstieg der extremen Rechten steht: von der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis zur gegenwärtigen, 2008 manifest gewordenen Systemkrise.

Faschismus soll hierbei als eine Extremform von Krisenideologie demaskiert werden, die in Krisenzeiten mittels Gewalt und Terror eine im Zerfall begriffene kapitalistische Gesellschaftsformation aufrechtzuerhalten versucht – und diese in die Barbarei treibt. Die barbarische Gefahr komme hierbei aus der Mitte der Gesellschaft, weshalb den Begriffen des Extremismus der Mitte und der konformistischen Rebellion breiter Raum bei der Auseinandersetzung mit der Neuen Rechten eingeräumt wird. Der Prozess des Ins-Extrem-Treibens der Mitte wird nicht nur anhand der AfD nachgezeichnet, sondern auch beim neoliberalen "Mainstream", der als Brutstätte der Neuen Rechten fungiert.

Tomasz Konicz, geb. 1973, arbeitet als Publizist und freier Journalist mit den Schwerpunktthemen Krisenanalyse und Ideologiekritik.

Videobeiträge von Autor_innen der Gruppe EXIT!

Roswitha Scholz
beim EXIT!-Seminar 2014 KRISE UND TRANSFORMATION
Zur Dialektik der Fetischkritik. Die Wandlungen der Fetischmuskritik im Zuge gesellschaftlicher Transformationsprozesse und die Aufgaben der Wert-Abspaltungskritik [Abstract]
Teil 1 | Teil 2 | Teil 3

Robert Kurz
6-teilige Viedeointerviewreihe mit Robert Kurz von KanalB aus dem Jahre 2006 zu seinem Buch Das Weltkapital
1. Kapitalismus als Weltsystem
2. Globalisierung als allgemeine Krisenerscheinung
3. Die neue Qualität des Finanzkapitals
4. Fallstricke der Kritik
5. Geschlechtliche Abspaltung und Weltgesellschaft
6. Ausblick: China, Indien und pazifisches Jahrhundert

Claus Peter Ortlieb
beim EXIT!-Seminar 2014 KRISE UND TRANSFORMATION
Krisenerklärungen und Transformationskonzepte ohne Subjekt- und Ideologiekritik. Wie sich der Kapitalismus nicht überwinden lässt [Abstract]
Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4

Oktober 2018 Sendung Radio fsk

Der Exit!-Lesekreis in HH sendet regelmäßig einen Beitrag unter dem Titel rotten system! rotten world? auf Radio FSK [Freies Sender Kombinat, Hamburg], und zwar immer

  • jeden zweiten Mittwoch im Monat von 08:00 bis 10:00 Uhr vormittags.

Die Beiträge werden auch jeweils im transmitter, der Programmzeitschrift von Radio FSK angekündigt.

Oktober 2018 Sendung [Skript] zum im Rahmen des EXIT!-Seminares 2015 Gesellschaftskritik – Subjekt – Psychoanalyse gehaltenen Vortrages [Teil 1/ Nachfragen, Teil 2/ Diskussion] Kritik durch Deutung“ – Wert-Abspaltungs-Kritik, Psychoanalyse und die Irrationalität des narzisstischen Zerfallssubjektes von Daniel Späth  am Mittwoch, den 10. Oktober 2018, siehe auch unter audioarchiv.

Die aus Sicht der Wert-Abspaltungs-Kritik paradoxe Gegenläufigkeit, dass einerseits die Theorie einer fundamentalen Krise des Kapitals vor dem Hintergrund der europäischen und globalen Krisenverwaltung permanent an Brisanz gewinnt, andererseits die Gesellschaft aber noch nie so weit wie heute davon entfernt war, eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihr auch nur im Ansatz zu versuchen, drängt geradezu zu einer psychoanalytischen Kritik der grunsätzlichen, irrational erscheinenden Aversion gegen die Krisentheorie, die wie kein anderer Affekt für die gedankliche Selbstauslieferung an die fetischistischen Systemgesetzte steht. Der Vortrag „Kritik durch Deutung“ – Wert-Abspaltungs-Kritik, Psychoanalyse und die Irrationalität des narzisstischen Zerfallssubjektes“ von Daniel Späth versucht, eine wert-abspaltungs-kritische „Kritik durch Deutung“ von der Marxschen „Kritik durch Darstellung“ abzugrenzen, um insbesondere in Bezug auf die Freudsche Theorie darzulegen, wie ihr als Konstitutionstheorie der psychischen Form sowohl kritische, als auch affirmative Momente eignen. Ein zweiter Teil wird auf dieser Basis die psychodynamischen Implikationen des narzisstischen Sozialcharakters ausleuchten, um so letztlich auch auf die sozialpsychologischen Schranken aufmerksam zu machen, die sich der radikalen Krisentheorie gegenüber auftun.