Februar 2018

Exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungskritik im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 Hamburg, und zwar

  • jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr im Eck-Büro zu einem aktuellen Thema aus wert-abspaltungs-kritischer Perspektive.
  • jeden vierten Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr im Raum Kubus zu einem theoretischen Text.

Am Donnerstag, den 8. Februar diskutieren wir aus dem Text von Daniel Späth in Exit! 14 QUERFRONT ALLERORTEN! Oder: Die „neueste Rechte“, die „neueste Linke“ und das Ende gesellschaftskritischer Transzendenz, die Abschnitte „Die immanente Wende der Postmoderne, die europäische Krise und die Entstehung der Neuesten Rechten in Deutschland“ (S.162 – 170) und „Die gespaltene Mittelschicht in Deutschland“  (S.170 – 179).

Am Donnerstag, den 22. Februar setzen wir unsere Auseinandersetzung mit dem Buch von Roswitha Scholz Das Geschlecht des Kapitalismus fort. Wir machen weiter mit dem zweiten Teil: Feministische Theorieansätze, hier II. Geschlecht im warenproduzierenden Patriarchat, 1. Beruf und Hausarbeit bei Elisabeth Beck-Gernsheim/ Ilona Ostner konkret die Abschnitte „Die Herstellung von (Zwei-)Geschlechtlichkeit, das androzentrische gesellschaftliche Unbewußte und die relative Berechtigung  des Ansatzes von Beck-Gernsheim/ Ostner“ (S.52 – 63) sowie „Gebrauchswert – Tauschwert, Männlichkeit und Weiblichkeit“ (S. 64 – 67). Wir verweisen nach wie vor ergänzend auf folgende Texte:

  1. Roswitha Scholz: Der Wert ist der Mann, Thesen zu Wertvergesellschaftung und Geschlechterverhältnis, 1992
  2. Robert Kurz: Geschlechtsfetischismus, Anmerkungen zur Logik von Weiblichkeit und Männlichkeit, 1992
  3. Roswitha Scholz: Wert und Geschlechterverhältnis, 1999

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

EXIT!-Seminar 2018

Einladung zum exit!-Seminar 2018
05.–07.10.2018 in Mainz

Klasse und soziale Frage

Seit etwa Mitte der 2000er Jahre kam es zu einer Marxrenaissance, die seit dem Finanzcrash 2007/8 noch an Fahrt gewann. In den letzten Jahren erschienen viele Publikationen, die das Ende des Kapitalismus zum Inhalt hatten und sich dabei nicht selten auf Marx bezogen. Im Zuge dieses neuen Marx-Hypes gelangte nun auch der alte Klassenkampf-Marx zu neuen Ehren allen Verwerfungen im Sozialgefüge der letzten Jahrzehnte zum Trotz. Insbesondere nach dem Rechtsruck in der ersten Hälfte der 2010er Jahre (Pegida, AfD, Trump-Wahl u.ä.) wird wieder vermehrt von „Klassengesellschaft“ geredet und in diesem Kontext die „soziale Frage“ gestellt. Zwar war die Klassenfrage auch zu Hochzeiten der Postmoderne niemals völlig weg, heute erlebt sie aber geradezu einen Höhenflug, wobei eine (übertriebene) Thematisierung von Rassismus und Sexismus daran schuld sein soll, dass diese Frage lange vernachlässigt wurde. Oliver Nachtwey schreibt: „Auf eine sehr widersprüchliche Art und Weise ist zumindest die Widerlegung von Marx widerlegt. In einem weiten Sinne hat sich die Klassengesellschaft im marxschen Sinne nämlich erst heute herausgebildet… Der Ausschluss vom Eigentum an Produktionsmitteln impliziert eine fundamentale Machtasymmetrie und unterscheidet die Arbeitnehmer von den Kapitalisten… So gesehen ist Marx’ Klassenbegriff heute durchaus relevant, denn nie zuvor waren mehr Menschen lohnabhängig erwerbstätig, vor allem weil sie keine Produktionsmittel besitzen… Von einer dichotomen Klassengesellschaft wie Marx und Engels sie… prophezeit haben kann dennoch keine Rede sein“. Die Wert-Abspaltungs-Kritik behauptet stattdessen das Obsoletwerden der abstrakten Arbeit und von Klassenverhältnissen in der fundamentalen Krise, wobei soziale Ungleichheiten, Ausgrenzungen, Exklusionen im „Kollaps der Modernisierung“ erst recht zunehmen, die mit Klassenkategorien aber nicht mehr zu fassen sind. Im diesjährigen exit!-Seminar soll deshalb das Thema „Klasse und soziale Frage“ fokussiert werden.

Programm und Anmeldung