G20: Gipfel und GipfelstĂŒrmer*Innen

29.06.2017 (Do, 20h), Vortrag und GesprĂ€ch im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 HH, Saal

Am 07. und 08. Juli 2017 wird der zwölfte G20 Gipfel in Hamburg stattfinden. Die zwanzig wichtigsten Industrie- und SchwellenlĂ€nder der Welt werden sich beraten: die informelle Notstandsverwaltung des Weltkapitals hat die Möglichkeiten abzuwĂ€gen, um die capitale Verwertungsmaschinerie am Laufen zu halten; in dieser sind Menschen bloße Humanressourcen, die zunehmend weniger verwertet werden können. Dennoch wird die strukturelle Krise des Weltkapitals geleugnet und verdrĂ€ngt. Die Krisenbearbeitung durch die „kapitalistischen Funktionseliten“ nimmt immer drastischere Formen an.

Auch auf geopolitischer Ebene entwickelt sich eine sich verschĂ€rfende Krisenkonkurrenz. Trotz aller fortgesetzt behaupteten Handlungs- und GestaltungsfĂ€higkeit scheint es fast so, als wĂŒssten die Subjekte nicht mehr, was sie tun sollen; es wird immer offensichtlicher, dass sie Getriebene der Dynamik des „automatischen Subjekts“ permanenter Kapitalverwertung und deren WidersprĂŒche sind. Aber auch das Gros der „Kritik“ an den gesellschaftlichen VerhĂ€ltnissen und die sich artikulierenden Proteste gegen deren Unhaltbarkeit folgen derselben Logik imaginierter SouverĂ€nitĂ€t: nicht nur die Verwertung des Werts ist in der Krise, sondern auch die Subjektform selbst.

Wir haben uns fĂŒr eine Veranstaltung zum G20-Gipfel entschieden: das Leiden ist real und indiskutabel, muss aber ohne VerstĂ€ndnis der Fetischkonstitution hilflos und auf sich selbst zurĂŒckgeworfen bleiben. Es wird an diesem Abend keine Anleitung fĂŒr den „richtigen Gipfelwiderstand“ oder Handlungsanweisungen fĂŒr eine andere Gesellschaft geben können. Diese ist nur ex negativo und im gesellschaftlichen Prozess bestimmbar. Dennoch kann die Kritische Theorie der Wert-Abspaltungs-Kritik eine Referenz fĂŒr emanzipatorische BemĂŒhungen sein, denn: um sich von etwas „befreien“ zu können, ist es notwendig zu versuchen zu verstehen, wovon und in Hinsicht auf was sich ĂŒberhaupt „befreit“ werden soll.

Aufnahme

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

Materialien