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Claus Peter Ortlieb ist tot

Für uns alle völlig überraschend und unerwartet ist unser langjähriger Weggefährte und Freund Claus Peter Ortlieb verstorben.

Nachruf Claus Peter Ortlieb ist gestorben von Redaktion und Vorstand von exit!

Nachruf Claus Peter Ortlieb ist tot vom Schmetterling Verlag. Veröffentlichungshinweis Die Grenzen bürgerlichen Denkens: In Memoriam Claus Peter Ortlieb vom Schmetterling Verlag.

Aus aktuellem Anlass: Zum Tod von Claus Peter Ortlieb von konkret.

Ein Nachruf des exit! Lesekreises in Hamburg folgt.

Zur Person von Claus Peter Ortlieb siehe auch [1] | [2]

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Claus Peter Ortlieb: Zur Kritik des modernen Fetischismus

Veröffentlichungshinweis: Der Exit!-Lesekreis in HH gibt in der Reihe Black Books des Schmetterling Verlages die Publikation Zur Kritik des modernen Fetischismus. Die Grenzen bürgerlichen Denkens. Gesammelte Texte von Claus Peter Ortlieb 1997-2015 heraus. Das Buch ist im September 2019 erschienen.

«Und auch im Innern der verbliebenen Demokratien sieht es nicht so strahlend aus, wie es die Propagandisten der westlichen Werte gern hätten. Je deutlicher sich das Ende des Kapitalismus abzeichnet, desto stärker klammern sich seine Subjekte an die durch ihn konstituierten Kategorien (Arbeit, Ware, Geld usw.), weil sie fetischistisch an sie gebunden sind. Auch das ist plausibel, weil die aus diesem System Herausfallenden ihr Menschrecht verlieren.»

Claus Peter Ortlieb


Die Publikation ist in drei Teile gegliedert:

  1. Erkenntniskritik: Geldförmige Erkenntnis. Zur Kritik der neuzeitlichen Wissenschaft
  2. Kritik der Aufklärung: Westliche Werte? Aufklärung und Fetisch
  3. Krisentheorie: Im Endstadium. Die letzte Krise des Kapitals

Die Texte haben im Rahmen der wert-abspaltungskritischen Theoriebildung Grundlagen für eine emanzipatotische Gesellschaftskritik geschaffen, die zumindest Ansatzpunkte für die sich stellende Herausforderung einer Überwindung der fetischistisch verfassten Gesellschaftlichkeit einer gebrochenen Totalität bieten kann. Hieraus ergibt sich die hohe Relevanz der Texte von Claus Peter Ortlieb, die mit dieser eigenständigen Publikation erstmals gebündelt vorliegen.

Die zwischen 1997 und 2015 verfassten Beiträge des Buches stehen im Kontext des theoretisch-kritischen EXIT!-Projekts (Exit!-Selbstdarstellung), welches an die Marx‘sche Kritik der politischen Ökonomie anknüpft. Alleinstellungsmerkmale des Projekts sind zum einen die von Robert Kurz bereits in den 1980er-Jahren ausgearbeitete Krisentheorie sowie die von Roswitha Scholz entwickelte Wert-Abspaltungs-Kritik, mit der über Marx hinaus das Geschlechterverhältnis in die Kritik der kapitalistischen Gesellschaft einbezogen wird.

Claus Peter Ortlieb, emeritierter Professor für Mathematik der Universität HH, ist Autor und Mitglied der Redaktion der Theoriezeitschrift EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft [1, 2] sowie Gründer des Exit!-Lesekreises in HH.

Verweise:

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EXIT!-Seminar 2019

Einladung zum exit!-Seminar 2019, 04.–06.10.2019 in Mainz

Geschlecht, Subjekt, Krise

Nach der Hoch-Zeit des Dekonstruktivismus in den 1990er Jahren ist heute nach verschiedenen Krisenschüben, vor allem dem Finanzcrash 2008, ein „materialistischer Feminismus“ wieder „in“. Kongresse und Sammelbände zu diesem Thema gibt es mittlerweile zuhauf. In diesem Zusammenhang findet auch die Wert-Abspaltungs-Kritik verstärkt Aufmerksamkeit, sowohl an der Universität als auch in linksfeministischen Szene-Gruppierungen. Dies birgt allerdings die Gefahr, dass die Wert-Abspaltungs-Kritik oder Teile von ihr vereinnahmt und/oder verflacht werden. Insbesondere vor einer wert-abspaltungs-theoretischen Krisen-Theorie, die von einem Zusammenbruch bzw. dem Niedergang des Kapitalismus spricht, scheut man/frau weithin zurück.

Dabei geht die Mär um, dass sich die Theorie der Wert-Abspaltung auf einer reinen Metaebene bewege und reale Frauen nicht berücksichtige, so Koschka Linkerhand, die sich andererseits durchaus auch auf die Wert-Abspaltungs-Kritik bezieht (z.B. emafrie.de). Auch Norbert Trenkle von der Zeitschrift „Krisis“ macht ähnliche Einwände geltend. Die Wert-Abspaltungs-Kritik, auf die er angeblich auch selbst rekurriert, bewege sich bei Exit bloß auf einer Metaebene, die Individuen blieben außen vor. Stattdessen würde „Krisis“, vor dem Hintergrund einer allgemein gedachten Wertkritik (die in Wirklichkeit seitens der Wert-Abspaltungs-Kritik eben selbst eine androzentrische ist – die Entstehung der Wert-Abspaltungs-Kritik hat sich selbst zentral in der Kritik dieses Umstands herausgebildet!), die subjektive Ebene de facto hereinnehmen, wohingegen Subjekt und Individuum bei Exit erst durch (theoretische) Anbauten einbezogen würden (siehe auch Es bedarf einer neuen Perspektive gesellschaftlicher Emanzipation, Interview mit Ernst Lohoff und Norbert Trenkle/ Gruppe Krisis von Marcos Barreira und Javier Blank/ Rio de Janeiro).

Ignoriert wird hier nicht bloß die Widerspruchsstruktur etwa zwischen Psychologie und Soziologie, die Adorno aufgezeigt hat, an dessen Überlegungen die Wert-Abspaltungs-Kritik anschließt, wobei das gesellschaftlich Ganze als gebrochene Totalität unter Einbeziehung ebenso der kulturell-symbolischen Ebene begriffen wird; ignoriert wird auch, dass bei Exit längst Reflexionsprozesse hinsichtlich des Verhältnisses „gesellschaftliche Form und konkrete Totalität“ stattgefunden haben und die Wert-Abspaltungs-Kritik dabei auf einen dialektischen Realismus hinaus will. Reflektiert werden muss all dies jedoch innerhalb des wert-abpaltungs-fetischistischen Gesamtzusammenhangs, wobei die fetischistische Objektivität, auch wenn sie von den Individuen erzeugt ist, diesen als verselbständigte vorgelagert ist.

Im diesjährigen Exit-Seminar „Geschlecht Subjekt Krise“ soll nun zumindest in einigen Aspekten aufgezeigt werden, dass die Dimensionen von Subjekt und Individuum längst Bestandteil einer wert-abspaltungs-fetischismuskritischen Betrachtung sind, in der von einem schon immer in sich gebrochenen kapitalistischen-patriarchalen Gesamtzusammenhang ausgegangen wird.

Programm und Anmeldung

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Nachruf Claus Klose

Am 26.06.2019 ist unser guter und vertrauter Freund Claus Klose nach langer Krankheit gestorben. Claus war ein langjähriger Weggefährte des Exit!-Zusammenhangs aus der Zeit von Robert Kurz. Darüber hinaus war Claus eines der langjährigsten Mitglieder des Hamburger Lesekreises.

Unsere enge Freundschaft hat sich über viele Jahre erhalten. Obwohl er in den letzten Jahren aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes nicht mehr regelmäßig an unseren Treffen teilnehmen konnte und die Abstände einer Begegnung mit ihm größer wurden, blieb er an der Entwicklung der Exit!-Zusammenhänge beteiligt. Jedes Zusammentreffen mit ihm fand so seine Fortsetzung im darauf folgenden und wir waren überrascht, wie viele Gedanken und Überlegungen er sich zwischenzeitlich nicht nur hinsichtlich der Themen sondern auch zu jedem einzelnen von uns gemacht hatte.

Immer wieder nahm Claus auf die Schrift „Blutige Vernunft“ von Robert Kurz Bezug. Aber auch andere Autoren wie Eske Bockelmann („Im Takt des Geldes“) oder die Texte von Julian Jaynes haben ihn umgetrieben. Noch bei unserem letzten Besuch wenige Tage vor seinem Tod lag eine Ausgabe des exit!-Heftes 14 auf seinem Bett. Die Thematik um Robert Kurz‘ Texte „Die Kälte“ sowie „Nullidentität“ haben ihn zuletzt besonders beschäftigt.

Wir verlieren mit Claus einen Menschen, der sich bedingungslos mit den mit der Wertabspaltungskritik aufgeworfenen Fragen auseinandersetzte. Er hat dabei weder Mühe noch Aufwand gescheut, was bei Claus zuweilen bis an den Rand der notwendigen Sorge um sich selbst ging – was das eine oder andere Mal auch von uns kritisiert wurde. Claus war viele Jahre ein ständiger Reisender im Auto (mit einem Becher schwarzem Kaffee und Zigaretten) zu Exit!-Veranstaltungen, zu Tagungen, Seminaren und Beiratstreffen. Auf ihn musste man sich einlassen können, und dies jedes Mal wieder aufs Neue. Wem das gelang, der konnte mit ihm in einen Prozeß des gemeinsamen Nachdenkens eintauchen, in dessen Verlauf er überraschende Reflexionen äußerte. Dabei war die Lust an dieser gemeinsamen Begegnung immer spürbar. Die dabei aufgeworfenen Fragestellungen bewegten sich im Gravitationsfeld der Wertabspaltungskritik, auch wenn es um scheinbar banale oder alltägliche Themen ging. Claus beließ es in diesem Zusammenhang nie allein bei einer verobjektivierenden Betrachtung und verlieh auch den komischen, skurrilen und widersprüchlichen Seiten unserer und seiner eigenen Subjektivität Ausdruck.

Claus war eine große Ermutigung für uns. Er fehlt uns sehr, auch wenn er uns in vielen unserer zukünftigen Aktivitäten begleiten wird.

Für den Hamburger exit! Lesekreis
Christoph F. und Thomas K.

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Juli 2019 Sendung Radio fsk

Der Exit!-Lesekreis in HH sendet regelmäßig einen Beitrag unter dem Titel rotten system! rotten world? auf Radio FSK [Freies Sender Kombinat, Hamburg], und zwar immer

  • jeden zweiten Mittwoch im Monat von 08:00 bis 10:00 Uhr vormittags.

Die Beiträge werden auch jeweils im transmitter, der Programmzeitschrift von Radio FSK angekündigt.

Juli 2019 Sendung zum Vortrag Kein Brexit, nirgends. Zu den Schwierigkeiten einer Positionsbestimmung von JunstIn Monday.


Im März 2017 beantragte Großbritannien den Austritt aus der EU. Damit begann ein Prozess, dessen gesellschaftliche Tragweite in keinem Verhältnis zum Verhandlungsverlauf zu stehen scheint. Einerseits werfen die absehbaren Folgen eines Brexits grundsätzliche Fragen zum Wesen der EU, zum historischen Stand der Vergesellschaftung durch das Kapital und zur gegenwärtigen Form des Nationalstaats auf. Andererseits waren die Verhandlungen von Monotonie und Ereignislosigkeit geprägt.

Die innerbritischen Auseinandersetzungen um die Verhandlungslinie sind zwar so heftig, dass sie das Parteiensystem von innen her zerlegen. Gleichzeitig sind die Positionen aber so sehr von nationalen Souveränitätsphantasien geprägt, dass keine der Fraktionen Vorschläge macht, die in irgendeiner Weise Verhandlungsmasse bilden könnten. So scheint es nicht nur der Linken unmöglich zu sein, etwas anderes als Meinungen zum Brexit zu entwickeln.

JustIn Monday stellt in seinem Vortrag diese Situation dar, ordnet sie in den Kontext der Krisenpolitik seit 2008 ein und formuliert eine antinationale Kritik der EU.

Wie verweisen zudem auf die 3teilige Artikelserie zum Brexit von JustIn Monday in der konkret

Shutter Island. Die Brexit-Verhandlungen stecken voller Kuriositäten
Volonté passé. Mit dem drohenden Brexit stellt sich die Frage, was die EU eigentlich ist
Linker Haken. Was hat eigentlich die britische Linke zum Brexit zu sagen?

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exit! Krise und Kritik der Warengesellschaft – Heft 16

exit! Krise und Kritik der Warengesellschaft Nr. 16 ist im Mai 2019 erschienen.

Inhalt und Editorial

Ankündigung des Verlages (zu Klampen): exit! ist eine Zeitschrift für kritische Gesellschaftstheorie. Gesellschaftliche Entwicklungen analysiert sie auf der Grundlage der Kritik der Wert-Abspaltung als einer Weiterentwicklung der Kritischen Theorie, der feministischen Gesellschaftskritik und der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie. Wesentliche Bezugspunkte sind dabei die Krisentheorie, eine Analyse im Sinne der konkreten Totalität, also der Inbezugnahme des gesellschaftlichen Ganzen für das Verständnis einzelner Phänomene, sowie die Einbeziehung der psychoanalytischen und der sozialpsychologischen Ebene.

Roswitha Scholz: Die Demokratie frißt immer noch ihre Kinder – heute erst recht! | Gerd Bedszent: Staatsgewalt vom Beginn der Neuzeit bis heute. Der Nationalstaat als Geburtshelfer und Dienstleister der Warenproduktion | Herbert Böttcher: Hilft in der Krise nur noch beten? – Zur philosophischen Flucht in paulinischen Messianismus | Thomas Meyer: Geschlecht zwischen performativer »Spielmarke« und Biologisierung – Eine Kritik spätpostmoderner Queerness und des medizinischen Diskurses um »Transsexualität« | Thomas Meyer: Zur anhaltenden Aporie der Geschichte – Nachtrag zu »Geld ist doch klar – oder?« | Jan Luschach: Zur immanenten Polarität bürgerlicher Geschichtstheorie.

In Hamburg direkt erhätlich in den Buchhandlungen:

Infos zum Abo

Juni 2019

Exit!-Lesekreis in HH zur Wert-Abspaltungskritik

Achtung: wir justieren zZt das laufende Programm- hier Termine, Uhrzeiten, Orte und Inhalte, insbesondere für die Sommermonate – neu. Bei Interesse setzt Euch bitte mit uns Verbindung.

Neuzugänge sind herzlich willkommen.

Kontakt: kontakt [at] exit-lesekreis-hh.de

Juni 2019 Sendung Radio fsk

Der Exit!-Lesekreis in HH sendet regelmäßig einen Beitrag unter dem Titel rotten system! rotten world? auf Radio FSK [Freies Sender Kombinat, Hamburg], und zwar immer

  • jeden zweiten Mittwoch im Monat von 08:00 bis 10:00 Uhr vormittags.

Die Beiträge werden auch jeweils im transmitter, der Programmzeitschrift von Radio FSK angekündigt.

Juni 2019 Sendung zum Text Zwischen Allmacht und Ohnmacht. Zur Psychopathologie des bürgerlichen (d.h. männlichen) Subjekts von Robert Bösch, siehe auch unter audioarchiv.

Robert Bösch geht in seinen Text „Zwischen Allmacht und Ohnmacht“ der Frage nach, worin sich die strukturelle Psychopathologie des bürgerlichen (immer schon als „männlich“ konstituierten) Subjekts begründet. Er zeigt, daß die Freudsche Psychoanalyse die Antworten darauf bereits implizit enthält, wenn man sie entgegen ihrem eigenen Selbstverständnis nicht-anthropologisch interpretiert und die zentrale Idee einer ahistorischen Triebnatur verwirft. Zu fragen ist nicht, welches historische „Schicksal“ der „naturale“ Trieb erleidet, wenn er in die Sphäre des Gesellschaftlichen eintritt, sondern vielmehr, wie es dazu kommen kann, daß das bürgerliche Individuum in zwei scheinbar unvereinbare Welten – hier triebhafte „Natur“, dort repressive Gesellschaft – zerfällt, die nun irgendwie „vermittelt“ werden müssen. Es geht also darum, die negative Identität der konträren Standpunkte von „gesellschaftlicher Repression“ (Wilhelm Reich) versus „Produktivität der Macht“ (Michel Foucault) in die dynamische Logik des bürgerlichen Subjekts als einem prozessieren den Widerspruch aufzuheben. Um diese bei Freud bereits implizit formulierte Logik freizulegen, müssen aber die Widersprüche seiner Theorie und der daran anknüpfenden psychoanalytischen Konzepte (die diese Widersprüche zumeist einseitig aufzulösen versuchen) als ideologischer Ausdruck der Widersprüche der Wertvergesellschaftung verstanden werden. Damit eröffnet der Autor einen unserer Ansicht nach radikal neuen gesellschaftskritischen Zugang zur Psychoanalyse. 

Aus der Sendereihe: Sachzwang FM/ Moderation & Sprecher_innen: Dr. Indoktrinator u.a.

Brasilien: Landgrabbing und die Neue Rechte

Krise der Entwicklung – Entwicklung der Krise, Teil 1 | Brasilien: Landgrabbing und die Neue Rechte

Do, den 06. Juni um 19 Uhr
in der Fabrique im Gängeviertel (Prinzess_innenzimmer, 4. OG), Valentinskamp 34a (Zugang von der Speckstraße), 20355 Hamburg

Vortrag und Gespräch mit Fábio Teixeira Pitta und dem exit!-Lesekreis HH zur akutellen Lage in Brasilien vor dem Hintergrund der globalen Krise.

Fábio Teixeira Pitta ist Post-Doktorand der Universität São Paulo und wissenschaftlicher Mitarbeiter der NGO Rede Social de Justiça e Direitos Humanos.

Literaturliste zur Thematik 

Flyer zum Ausdrucken [3fach]

Folien Präsentation Fábio Pitta

Siehe auch die Programme vom exit!-Lesekreis HH der Monate März 2019 | April 2019 | Mai 2019

Hinweis: die Veranstaltung ist teilweise in englischer Sprache. Wir sind um Übersetzung bemüht.

Artikel zu oder mit Bezug zu Brasilien von Tomasz Konicz:

Huch, die Welt geht unter… !

Veranstaltungshinweis

„Huch die Welt geht unter… ! Die Krise kommt – und dann?“ Tresengespräch mit Tomasz Konicz

So, den 12. Mai 2019, 17 Uhr
im CENTRO SOCIALE, Sternstraße 2, 20357 HH, Saal

Veranstaltet wird das Tresengespräch von der Interventionistischen Linken, hier deren Einladungstext.

Weder geht die Welt unter noch kommt die Krise (nicht im Sinne einer apokalyptischen Zäsur), die der wertabspaltungsförmigen Vergesellschaftung inhärent ist. Die krisenhaften Entwicklungen spitzen sich aber zwangsläufig zu; viele Menschen – wenn sie nicht sowieso gerade schon elendig zugrunde gehen – würden berechtigt fragen dürfen, wie es überhaupt noch schlimmer werden kann; aber das geht.

Die Fragestellungen „Wie kann eine solidarische Welt in und nach nach der ökologischen Katastrophe aussehen? Wie müssen wir jetzt handeln?“ wären also zu reformulieren: Wie ist die gesellschaftliche Form verfasst, wie kann Solidarität jenseits der wertabspaltungsförmigen Vergesellschaftung zu fassen sein, welche verkürzten Handlungsformen müssen wir überwinden? 
 
Siehe auch den Blog von Tomasz Konicz
sowie seine Texte unter exit-online.org > AutorInnen
 
Wir verweisen zudem auf den fortgesetzt aktuellen Text Gegen die Wand. Von der gemeinsamen Ursache der ökologischen und ökonomischen Krise von Claus Peter Ortlieb.

Mai 2019 Sendung Radio fsk

Der Exit!-Lesekreis in HH sendet regelmäßig einen Beitrag unter dem Titel rotten system! rotten world? auf Radio FSK [Freies Sender Kombinat, Hamburg], und zwar

  • jeden zweiten Mittwoch im Monat von 08:00 bis 10:00 Uhr vormittags.

Die Beiträge werden auch jeweils im transmitter, der Programmzeitschrift von Radio FSK angekündigt.

Wohin entwickeln sich die Gesellschaften im krisenhaften Spätkapitalismus? Mit jeder neuen Wahl scheint der Durchmarsch der Rechten voranzuschreiten. Die Verrohung des öffentlichen Diskurses und der Gesellschaft, die sich immer offener artikulierende rechte Gewalt, die rasch voranschreitende Aushebelung bürgerlicher Grundrechte - sie lassen Erinnerungen an den Vorfaschismus der 30er Jahre aufkommen. Tomasz Konicz möchte mit seinem Buch „Faschismus im 21. Jahrhundert. Skizzen der drohenden Barbarei“ Parallelen zwischen dem Aufstieg des Faschismus in der Zwischenkriegszeit und dem gegenwärtigen Durchmarsch der Rechten ziehen, in dem Faschismus als eine Extremform von Krisenideologie begriffen wird, die in Krisenzeiten mittels Gewalt und Terror eine im Zerfall begriffene kapitalistische Gesellschaftsformation aufrecht zu erhalten versucht - und diese in die Barbarei treibt.  

Im Anschluss lesen wir aus der gleichnamigen Publikation von Tomasz Konicz Kapitel 11. Was tun gegen Faschismus im 21. Jahrhundert?

Siehe auch unseren Blogeintrag zur Publikation.